Reptilien

Mein besonderes Interesse gilt den Reptilien. Der Grundstein dazu wurde in meiner Kindheit durch Erlebnisse insbesondere mit den damals noch allgegenwärtigen Griechischen Landschildkröten, aber auch mit Vertretern der heimischen Amphibien- und Reptilienfauna wie Erdkröte, Teichfrosch, Teich- und Kammmolch, Ringelnatter, Kreuzotter und Bergeidechse gelegt. Ich hatte zum Beispiel Gelegenheit, die ovovivipare Fortpflanzung der Bergeidechse im Terrarium zu beobachten. Und unter der Regie meines Vaters wurde aus der ersten zugelaufenen Schildkrötendame „Kunigunde“ mit den Jahren eine vielköpfige Schildkrötenfamilie. Ich halte noch heute zwei unserer damaligen eigenen Nachzuchttiere.

Erkrankungen der Tiere und unsere Versuche, sie trotz der damals noch recht dürftigen Erkenntnisse über sie zu behandeln und zu heilen, gehören zu meinen ersten Kontakten mit der Tiermedizin.

Die Anzahl der wechselwarmen Tiere in deutschen Haushalten steigt seit Jahren weitaus stärker, als die Anzahl der Tierärzte, die sich mit ihnen beschäftigen möchten, denn dazu gehört eine Menge Spezialwissen, das man sich auf Fortbildungen und im Praxisalltag erarbeiten muss, und eine große Portion persönliche Motivation. Die Tiere zeigen weitaus weniger deutliche Symptome als Warmblüter, und das in der Regel erst, nachdem es ihnen schon lange Zeit nicht gut gegangen ist. Schildkröten können viele Jahre lang unter ungünstiger Fütterung und Haltung leiden, bevor deutliche Krankheitssymptome zu erkennen sind.

Umso wichtiger ist bei diesen Tieren eine genaue Kenntnis über ihre natürliche Lebensweise, da mehr als die Hälfte aller Erkrankungen durch Fehler in der Haltung und Fütterung entstehen.

Die Erstuntersuchung eines Tieres bei uns umfasst daher eine ausführliche Befragung des Besitzers über die Haltungsbedingungen und dauert 20 bis 30 Minuten oder länger. Daher bitte ich unbedingt um telefonische Anmeldung, damit wir genügend Zeit für eine gründliche Anamnese, Besprechung, Untersuchung, Behandlung und Beratung einplanen können. Operationen führen wir grundsätzlich nach Terminabsprache durch.

Der Wissensstand über Reptilien vergrößert sich rapide, niemand weiß alles über jede Reptilienart. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, die neueste Fachliteratur griffbereit zu haben und in unklaren Fällen den Austausch mit Fachtierärzten von Tierärztlichen Hochschulen zu suchen.

Dr. Ina Bernack